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Persönlichkeiten aus Görlitz







Adolf Traugott von Gersdorf



Adolf Traugott von Gersdorf gehört mit zu den wichtigsten und bedeutensten Berühmtheiten von Görlitz. Zahlreiche Ausstellungsgegenstände im Barockhaus Görlitz sind ihm zu verdanken. Adolf Traugott von Gersdorf wurde 1744  in Niederrengersdorf bei Görlitz geboren. Er genoss eine hervorragende Schulbildung, auch am Gymnasium Augustum in Görlitz. Danach studierte er in Leipzig. Er war begeisterter Naturwissenschaftler und widmete sich vor allem der Meteorologie, Physik (Schwerpunkt Elektrizität), sowie der Geologie. In vielen seiner wissenschaftlichen Bereiche war Adolf Traugott von Gersdorf ein Pionier. Die ersten Blitzableiter in der Oberlausitz wurden nach seinen Erkenntnissen aus der Physik aufgestellt.

Viele wissen nicht das er auch der einzige Augenzeuge der ersten Besteigung des „Mount Blanc“ (Schweiz) ist. Als er Zeuge dieses historischen Ereignisses wurde, befand er sich auf einer Unternehmung  auf Grund von meterologischen und geologischen Forschungen. So gesehen war er also zufällig Zeuge dieses Ereignisses geworden.

Adolf Traugott von Gersdorf reiste viel und hatte viel Konatkt zu anderen Gelehrten. So lernte er auch Karl Gottlob Anton kennen. Mit ihm gründete er 1779 die Oberlausitzer  Gesellschaft der Wissenschaften. Nach dem Adolf Traugott von Gersdorf 1807 starb vermachte er durch sein Testament sein Hab und Gut der Oberlausitzer Gesellschaft der Wissenschaften.

Christian August Struve



Am 28. Januar 1767 wurde Christian August Struve in Görlitz geboren. Seine Familie bestand aus Ärzten, Apothekern und Juristen die schon seit vielen Jahren in Görlitz lebten. Christian August Struve studierte Anfangs in Leipzig Theologie. Erst nach einiger Zeit wechselte er zum Medezinstudium, da es sein Vater so wünschte. 1789 starb der Vater von Struve, was ihn dazu bewegte seine Studienlaufbahn abzubrechen um die Apotheke des Vaters zu übernehmen. 5 Jahre später verpachtete er die Apotheke, um so mehr Zeit für kranke Menschen zu haben. Bald wurde im die Betreuung der Görlitzer Hospitale durch den Görlitzer Rat übergeben. Struve gab während seines Dienstes an den Hospitälern mehrere Merkblätter aus. Diese Merkblätter beschäftigten sich mit dem Grundsatzverhalten bei verschiedenen Erkrankungen, wie Vergiftungen, Erstickungsgefahr oder Kinderkrankheiten. Im Jahr 1791 wurde Christian August Struve in die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften aufgenommen, wo er sehr engen Kontakt zu Adolf Traugott von Gersdorf fand. Nach dem Struve am 6. November 1807 starb wurde er auf dem Nikolaifriedhof in Görlitz beigesetzt.

Paul Mühsam



Am 17. Juli 1876 wurde Paul Mühsam in Brandenburg geboren, wo er jedoch nicht lange blieb. Seinen Eltern zu Folge wechselte er sehr oft seine Wohnort, bis es ihn letztendlich 1905 nach Görlitz verschlug. Da er sein Jurastudium bereits abgeschlossen hatte, ließ er sich in Görlitz als Anwalt nieder. Immer stärker wurde die Beziehung zwischen Paul Mühsam und der Stadt Görlitz. Das wurde besonders dadurch deutlich, dass er Görlitz in den höchsten Tönen lobte als die schönste Stadt überhaupt. Durch die Erfahrungen, die er mit dem 1. Weltkrieg hatte, wurde er endgültig zu einem Gegener des Krieges. Er wollte endlich etwas gegen den Krieg tun und vor allem den Menschen die Augen öffnen. Paul Mühsam wurde am 29. März aus dem Gericht vertrieben mit den Worten „Juden raus!“, was ihm sein weiteres Tun und Handeln als Anwalt unmöglich machte. Aus diesem Grund entschloss sich Paul Mühsam am 6. September 1933 dazu, die Stadt Görlitz zu verlassen. Von dieser Zeit an bis zu seinem Tod am 11. März 1960 in Palästina entstanden noch viele Werke, wie Gedichte und Schauspiele.

Bartholomäus Scultetus (Barthel Schulz)



Im Jahr 1540 wurde Barthel Schulz in Görlitz auf dem Rabenberg geboren. Barthel Schulz ist besser bekannt unter dem Namen Bartholomäus Scultetus, wie er später hieß. Nach dem er die Schule in Görlitz besuchte begann er sein Studium in Mathematik und Geschichte an der Universität in Wittenberg und Leipzig, wo auch die Lateinisierung seines Namens stattfand. Schon im Jahr 1564 erwarb Scultetus den akademischen Grad „Magister“. 6 Jahre später kehrte er nach Görlitz zurück und lebte in einem Haus auf der Peterstrasse 4 und arbeitete als Lehrer an dem erst gegründeten Gymnasium Augustum. Durch das Interesse an Astronomie was er während seines Studiums entwickelte, brachte 1567 eine selbst konstruierte Sonnenuhr an einem Außenpfeiler der Peterskirche an. In einem Buch würdigte er 1572 die von seinem älteren Bruder konstruierte Sonnenuhr am Untermarkt. Neben dem Interesse für die Astronomie, beschäftigte Scultetus sich auch mit der Kartographie. Eine geographische Karte des Markgrafentums aus dem Jahr 1575 und eine Landkarte der Oberlausitz aus dem Jahr 1593 stammen von ihm. Nach dem er nicht mehr als Dozent am Gymnasium Augustum tätig war, erledigte er verschiedene Aufgaben für die Stadt. So hatte er die Aufsicht über die Braugenehmigungen, kümmerte sich um kirchliche Fragen, Almosenverteilung sowie das Ratsarchiv. Desweiteren war er als Schöffe und sogar Stadtrichter tätig. 1592 wurde Scultetus dann zum Bürgermeister der Stadt Görlitz gewählt und blieb mit Ausnahme von einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod im Jahr 1614 in diesem Amt. Scultetus war es auch der sogenannte Pestzettel mit Vorbeugemaßnahmen verteilen lies als 1885/86 die Pest in Görlitz ausbrach. 1584 wurde Scultetus von Kaiser Rudolph II. beauftragt den Gregorianischen Kalender in der Oberlausitz einzuführen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Ziffernblatt der Görlitzer Rathausuhr von 24 auf 12 Stunden umgeschrieben und mit der Mondphasenuhr, die sich über der Uhr befindet, verbunden.

Johann Christoph Lüders



Am 12. Juli 1803 wurde Johann Christoph Lüders in Bittingerode bei Harzburg geboren. Er hatte nur eine geringe Schulbildung und wuchs in armen Verhältnissen auf. Als er 14 Jahre alt wurde begann er seine Ausbildung als Lehrling in einer Sattler- und Lackiererwerkstatt. Mit 23 Jahren ging er nach Dresden um dort als Geselle in einer Kutschfabrik zu arbeiten. Nach dem 1827 nach Görlitz kam, heiratete er und lebet mit seiner Familie auf dem Obermarkt 8 in Görlitz. In Görlitz eröffnete er 1830 ein Wagenbaugeschäft und stellte Kutschen her. Durch den Magistrat der Stadt erhielt Lüders den Auftrag 2 Holztransportwagen zu fertigen. Von diesem Ereignis ausgehend bezeichnet man das Jahr 1849 als das Geburtsjahr der Eisenbahnwagenbauanstalt Görlitz. Da die Nachfrage für Eisenbahnwagen immer größer wurde, musste auch Lüders die betriebliche Erweiterung umsetzen. Dies tat er mit einem Grundstück auf der Brunnenstraße.1869 verkaufte schließlich Lüders seinen Betrieb an die damals neugegründete Aktiengesellschaft. Von nun an wurde der von Lüders gegründete Betrieb ständig erweitert und die Anzahl der Arbeiter stieg im Jahr 1872 von 200 auf 1200. Johann Christoph Lüders starb am 27. August 1872 in Görlitz. Da Lüders entscheidend zu der Entwicklung der Industrie in Görlitz beigetragen hatte, trägt seit dem 13. Oktober 2007 das Berufliche Schulzentrum für Technik den Namen Christoph Lüders. Viele Berühmtheiten wurden diskutiert, doch am Ende viel die Wahl auf Johann Christoph Lüders, auf Grund seiner Leistungen.

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